Adolf Brütt:
Schwertträger

Adolf Brütt: Schwertträger, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Adolf Brütt: Schwertträger / Schwertmann, (Bronze, 1912, Höhe ca. 3,3 m, mit Sockel ca. 4,0 m) 
Rathausplatz, 24103 Kiel

Beschreibung

Seit der Reichsgründung 1871 steigt die Bevölkerungszahl der zuvor beschaulichen Stadt explosionsartig an. Von 50.000 im Jahr 1885 erhöht sich die Zahl innerhalb von 25 Jahren auf 211.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der rasche Wandel zur modernen Großstadt führt zu einem gewaltigen Wohnungsbau in den Stadtteilen und macht auch den Bau eines neuen Rathauses nötig. Nach Entwürfen von Prof. Hermann Billing aus Karlsruhe wird 1911 das neue Rathaus neben dem bereits kurz zuvor entstandenen Stadttheater, dem heutigen Opernhaus, eingeweiht. Für den repräsentativen Neumarkt, heute Rathausplatz, wird ein Monumentalbrunnen beauftragt, dessen Mittelpunkt eine Bronzestatue des aus Husum stammenden Bildhauers Adolf Brütt bildet. Hierbei handelt es sich um einen athletischen und fast nackten jungen Mann mit einem Schwert in der rechten Hand. Der Künstler führt damit die wehrhaft gerüsteten, mittelalterlichen Rolandstatuen in eine zeitgemäße Darstellung, in der stärker der moderne Mensch als die traditionelle Wehrhaftigkeit im Mittelpunkt steht. Die monumentale Brunnenanlage wird im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Bronzestatue überlebt und wird 1950 zunächst am Eingang des Ratskellers und zu den Olympischen Spielen 1972 wieder auf dem Platz aufgestellt, dieses Mal allerdings in umgekehrter Blickrichtung. 

Künstler/in

Adolf Carl Johannes Brütt wurde am 10. Mai 1855 in Husum geboren. Nach einer Steinbildhauerlehre in Kiel studierte er drei Jahre an der Berliner Kunstakademie und war Meisterschüler des Bildhauers Leopold Rau. International berühmt wurde er durch seine Schwerttänzerin von 1891–1893, für die er auf der Weltausstellung 1900 in Paris die Goldmedaille erhielt. Die Schwerttänzerin wurde die Leitfigur der Münchener Sezession, deren Gründungsmitglied Adolf Brütt war. Er war Professor und Senator der Preußischen Akademie der Künste. Er gilt als einer der Hauptvertreter des norddeutschen Realismus. Adolf Brütt starb am 6. November 1939 in Bad Berka/Thüringen. Sein Nachlass wird vom Nordsee Museum Nissenhaus in Husum verwaltet.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

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Galerie

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