Andreas Schlüter:
Kopf eines Apoll

Andreas Schlüter: Kopf eines Apoll, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Andreas Schlüter: Kopf eines Apoll (Sandstein, ca. 30 cm, um 1700)
Garten der Stiftung Ohm, Röntgenstraße 57, 22335 Hamburg (Fuhlsbüttel)

Beschreibung

Auf einem reich verzierten, säulenartigen Sockel im Garten der Stiftung ruht ein männlicher Kopf. Das Haupt ist Teil einer verloren gegangenen, überlebensgroßen Ganzfigur, vermutlich der Darstellung eines Apoll. Die klassischen Gesichtszüge sind vereinfacht und zielen eher auf Fernwirkung als auf eine genaue Betrachtung aus der Nähe. Vermutlich handelt es sich nicht um eine freistehende Skulptur, sondern um eine Bauplastik, möglicherweise sogar eine Spolie des 1950 gesprengten Berliner Stadtschlosses, dessen Umbau der Künstler leitete.

Der Skulpturengarten der Stiftung Ohm ist vom Februar bis Mai und vom September bis Weihnachten samstags und sonntags sowie nach Vereinbarung kostenfrei zugänglich.

Künstler/in

Andreas Schlüter wurde am 13. Juli 1659 in Danzig geboren. In den 1680er Jahren gelangte er an den Warschauer Königshof, einem der nach Paris und Wien künstlerisch führenden Kunstzentren dieser Zeit. Durch den Architekten Tilman van Gameren (1632–1706) erhielt er Einblick in die neuesten Tendenzen der italienischen und holländischen Baukunst. 1694–1713 wurde er durch Kurfürst Friedrich III., seit 1701 erster preußischer König, nach Berlin berufen. Dort wurde er zum Professor der Bildhauerkunst an der Akademie der Künste ernannt, deren leitender Direktor er 1702–1704 war. 1701–1710 war er Mitglied der Akademie der Wissenschaften Berlin. Seit 1704 amtierte er als Oberbaudirektor aller königlichen Bauten, leitete den Umbau des königlichen Schlosses in Berlin und erstellte Pläne für die Schlösser Charlottenburg und Potsdam. Neben seinen Arbeiten als Architekt und Steinbildhauer wurde Schlüter mit repräsentativen Standbildern befasst. Nach der Entlassung der führenden Hofkünstler durch den neuen König Friedrich Wilhelm I. (1713–1740) nahm er 1713 die Stellung als Baudirektor Zar Peters I. im neu entstehenden St. Petersburg an und lehrte an der dortigen Akademie. Erhalten blieben vor allem sein monumentales Reiterstandbild für den Großen Kurfürsten vor dem Schloss Charlottenburg und das Berliner Zeughaus mit seinem eindrucksvollen, von Schlüter mit Skulpturen geschmückten Innenhof. Er starb am 19. Mai 1714 in St. Petersburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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