Bernadette Hörder: Emmausweg

Bernadette Hörder: Emmausweg, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Bernadette Hörder: Emmausweg – Auf dem Weg sein (Stahl, 2011).
Christuskirche Garstedt, Kirchenstraße 12, 22848 Norderstedt.

Beschreibung

Am Eingang zum parkartigen Friedhof an der Christuskirche Garstedt werden die Besucher von einer 3,6 Meter hohen Stele aus rot lackiertem Stahl empfangen. Die minimalistisch klare und fast geometrisch strenge Form, die leuchtende und energiereiche Farbe und das harte Material stehen im bewussten Kontrast zur umgebenden Natur und auch zum Stadtraum. Die rechteckige Stahlplatte wird durch ausgefräste Bereiche strukturiert, die leicht labyrinth-artig einen Weg zu einem Haus beschreiben. In dezenten Großbuchstaben am Rand steht der Text „WEG DURCH DIE ZEIT“.

Die Stahlplastik wirkt trotz der Größe und Farbe zurückhaltend. Sie drängt sich nicht auf und lädt stattdessen zum Innehalten ein. Die klare Formensprache erschließt sich leicht, doch schnelle Antworten sucht man vergebens. Der Weg zwischen dem Rand der Plastik und dem Haus ist ein Umweg, und so mag sich mancher Betrachter auch dank der Inschrift an die eigenen Wege und Irrwege erinnert fühlen. Ob das Haus Start oder Ziel des Weges ist, ist nicht erkennbar. Die Karlsruher Bildhauerin Bernadette Hörder hat bewusst Raum für eigene Gedanken und Gefühle gelassen und reflektiert damit auch das Selbstverständnis der Kirchengemeinde als Wegweiser. Eine zweite, ähnliche Stele steht in einigen Kilometern Entfernung an der Paul-Gerhardt-Kirche.

Künstler/in

Bernadette Hörder wurde am 3. Juli 1962 in Bonndorf im Hochschwarzwald geboren. 1981–1987 studierte sie an der Hochschule der Bildenden Künste bei Per Kirkeby sowie Geographie an der Universität Karlsruhe. 1987 erwarb sie ihr Staatsexamen. 1982–1988 hatte sie verschiedene Auslandsaufenthalte in Ecuador, Peru, Bolivien und Mexiko. Seit 1987 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. 1988 erhielt sie ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg und 1993 ein Stipendium der Cité International des Arts, Paris. 2003 erhielt sie den Hanna-Nagel Preis in Karlsruhe. Sie hatte Lehrtätigkeiten 1988–1990 sowie 2008 an der PH Karlsruhe und 2003 an der Hochschule Anhalt in Dessau. Sie lebt und arbeitet in Karlsruhe. Infos: Bernadette Hörder

Galerie

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