Bernhard Heiliger: Kronos

Bernhard Heiliger: Kronos, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Bernhard Heiliger: Kronos (Stahl, geschmiedet und farbig lackiert, 1983, Höhe 210 cm).
Skulpturenpark Schloss Gottorf, Schlossinsel, 24837 Schleswig.

Beschreibung

Die künstlerische und komprimierte Darstellung eines komplexen griechischen Mythos suchte Bernhard Heiliger mit seiner Skulptur Kronos. Als Heranwachsender entmannt Kronos seinen Vater Uranos mit einer Sichel und reißt dessen Herrschaft an sich. Nachdem ihm prophezeit wird, dass auch ihm die Entmachtung durch eines seiner Kinder drohe, verschlingt er alle seine Kinder gleich nach deren Geburt. Durch eine List kann die Mutter eines der Kinder retten, indem sie Kronos stattdessen einen in Windeln gehüllten Stein gibt. Der Stein liegt Kronos allerdings so schwer im Magen, dass er die gefressenen Geschwister wieder erbricht. In der Folge erheben sich die Kinder gegen ihren Vater und können ihn nach einem langen Krieg tatsächlich entmachten.

Bernhard Heiliger schuf ein Ensemble aus verschiedenen Elementen, die in mehreren Ebenen hintereinander angeordnet sind. Die Sichel, mit der Kronos seinen Vater entmannt, ist als Kreissegment zu erkennen. Die große, runde Öffnung mit einer großen Kugel und einer kleineren Halbkugel lassen sich als die verschlungenen Kinder und das vorgetäuschte Kind deuten. Und schließlich können die Pfeilspitzen als Verweis auf den Kampf der Kinder gegen Kronos gesehen werden.

Künstler

Bernhard Heiliger wurde am 11. November 1915 in Stettin geboren. 1930–1933 machte er eine Lehre zum Steinbildhauer, danach bis 1936 eine Ausbildung an der Werkschule für gestaltende Arbeiten in Stettin beim Bauhaus-Schüler Kurt Schwerdtfeger. 1938–1941 studierte er an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin in der Klasse von Arno Breker und hatte Kontakte zu Richard Scheibe und Wilhelm Gerstel. 1945 ließ er sich in Berlin als freier Bildhauer nieder. 1949–1986 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin, berufen von Karl Hofer. Mit seinen Werken war er unter anderem auf der documenta I (1955) und II (1959) in Kassel, der Biennale in Venedig (1956) und der Weltausstellung in Brüssel (1958) vertreten. 1951–1960 war er Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes. Ab den 1960er Jahren wandte er sich zunehmend der abstrakten Kunst zu. Er gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Nachkriegszeit. Am 25. Oktober 1995 starb Bernhard Heiliger in Berlin. Weitere Informationen (extern): Website der Bernhard-Heiliger-Stiftung

Galerie

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