Bjørn Nørgaard:
Adam und Eva

Bjørn Nørgaard: Adam und Eva, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Bjørn Nørgaard: Adam und Eva (Granit und Bronze, 1989/2002). 
Ernst-Busch-Platz/Germaniahafen, 24143 Kiel.

Beschreibung

Am Kopfende des Kieler Germaniahafens steht die elf Meter hohe Skulptur „Adam und Eva“ des dänischen Bildhauers Bjørn Nørgaard. Auf einem drei Meter hohen Sockel mit farbig glasierten Fayence-Fliesen steht aufrecht eine riesige, acht Meter hohe Doppelfigur aus Granit, auf der einen Seite weiblich geformt, auf der anderen Seite männlich. Umgeben wird diese Figur von einem eng anliegenden und weitmaschigen bronzenen Netz.

Die monumentale und archaische Ausführung der Skulptur legt nahe, dass es um mehr geht als nur um die Darstellung irgendeiner menschlichen Figur. Wir sehen etwas, das größer ist als der Mensch – sowohl im wörtlichen Sinne als auch in übertragener Bedeutung. Während schon der Sockel die Fußgänger deutlich überragt, ist die Doppelfigur darüber so gewaltig, dass wir ehrfurchtsvoll nach oben blicken müssen. In früheren Zeiten wurden mit derart gewaltigen Figuren Kaiser und Könige verherrlicht, doch hier soll die Menschheit als solche Ehrfurcht und Bewunderung ernten.

Nichts lenkt ab vom Wesen des Menschen, keine Kleidung, keine Tätigkeit: Die Figur steht aufrecht da, ganz konzentriert mit anliegenden Armen und geschlossenen Augen. Der genaue Blick auf das bronzene Netz um die Figur zeigt, dass dies keine Fessel ist, sondern ein reich verziertes Geflecht von Figuren und Symbolen. Es umgibt die Figur wie ein Kraftfeld, genau so wie jeder einzelne Mensch von Geschichte und Geschichten umgeben ist. Die Welt, in der wir leben, beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln, und unsere Erfahrungen sind der Rahmen unseres Selbst.

Die Figur wurde zunächst 1989 vor dem Einkaufszentrum Sophienhof aufgestellt, wechselte einige Jahre später aber an das gegenüber liegende Ufer der Hörn, wo sie weniger stark von der umgebenden Architektur beeinflusst wird und freier steht.

Künstler/in

Bjørn Nørgaard (Björn Nörgaard) wurde am 21. März 1947 in Kopenhagen geboren. 1962 trat er der Künstlergruppe Den Eksperimenterende Kunstskole bei, die von dem Kunsthistoriker Troels Andersen und vielen Künstlern dieser Zeit u. a. Per Kirkeby und ab 1966 auch von Joseph Beuys geprägt ist. Die Arbeit mit unkonventionelle Materialien wie Gips, Pappe, Stacheldraht spielten in seiner Ausbildungsphase eine wichtige Rolle. Er schuf Filme, Objekte, Grafiken und Bronzen bzw. trat als Aktionskünstler und Happeningkünstler. Seit 1966 stellte er in Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit aus, zuletzt u. a. in Berlin, Venedig, Kassel, Istanbul und Sydney. Seit 1974 stellte er seine Arbeiten auch im öffentlichen Raum auf, mehrheitlich in Dänemark aber auch in Deutschland. Zwischen 1978 und 2000 hatte er Professuren an der königlich Dänischen Kunstakademie (1985–1994) sowie an den Kunsthochschulen von Karlsruhe und Frankfurt am Main. Seine Werke findet man in Sammlungen und Museen u. a. in Dänemark, Deutschland, Niederlande, Schweden, Norwegen. Bjørn Nørgaard lebt und arbeitet in Bissinge auf der Insel Møn (Dänemark) und betreibt die Ausstellungshalle Kunsthal 44 Møen.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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