Dieter Koswig:
Gebrochener Steinkreis

Dieter Koswig: Gebrochener Steinkreis, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Dieter Koswig: Gebrochener Steinkreis (Anröchter Dolomit, 1978, Höhe ca. 0,2 m, Durchmesser ca. 2,5 cm)
Hiroshimapark/Rathausstraße, 24103 Kiel

Beschreibung

Der Steinkreis im Hiroshimapark irritiert. Was auf manchen ratlosen Spaziergänger wie ein Unglück wirkt, ist pure Absicht und eine minimalistische Skulptur des Bildhauers Dieter Koswig. Der Künstler hat die runde Steinplatte in zehn kleine Teile zerschlagen und anschließend wieder in der ursprünglichen Kreisform zusammengefügt. Die zufälligen und unregelmäßigen Bruchkanten sind nun deutlich zu sehen und strukturieren den Körper. Der Kreis ist weiterhin als Form erkennbar, aber zugleich nimmt man als Betrachter auch die unterschiedlich großen Einzelteile wahr. Durch die neue, unregelmäßige Form gewinnt der Stein eine Lebendigkeit und Individualität, die die perfekte Platte nicht hatte. In einer sehr reduzierten Form spielt das Kunstwerk mit den Gegensätzen von Perfektion und Zerstörung, von geometrischer Strenge und zufälliger Form, von Geschlossenheit und Individualität. In der Umgebung des Parks kommt noch der Kontrast zwischen der Geometrie und der wachsenden Natur hinzu, der das Aufbrechen der Form zusätzlich unterstreicht.

Künstler/in

Dieter Koswig wurde 1948 in Halle an der Saale geboren. Er studierte 1969–1974 Malerei und Metallbildhauerei an der Burg Giebichenbstein in Halle, danach 1974–1979 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem. Er sieht sich selbst als Jäger und Sammler und arbeitet mit den klassischen Materialien Stein, Holz und Stahl sowie mit Fundstücken. Er stellt deutschlandweit unter anderem in Dresden, Kiel sowie Neumünster aus, außerdem in Schweden und in Dänemark. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich auch mit gegenständlichen Arbeiten wie überlebensgroßen Portraitköpfen. Dieter Koswig lebt in Eggstedt an der Westküste Schleswig-Holsteins.

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Galerie

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