Edwin Scharff:
Mann im Boot

Edwin Scharff: Mann im Boot, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Edwin Scharff: Mann im Boot (Bronze, 1952)
Skulpturenhof Mümmelmannsberg, Kandinskyallee, 22115 Hamburg (Billstedt)

Beschreibung

An der Hamburger Außenalster finden die Passanten die Bronzeplastik „3 Männer im Boot“, die der Bildhauer Edwin Scharff 1953 fertigte: Drei männliche Körper stehen eng hintereinander aufrecht mit langen Rudern in einem kleinen Boot. Wer sich im Skulpturenhof Mümmelmannsberg umsieht, trifft dort eine ganz ähnliche Arbeit des Künstlers im kleineren Maßstab. Doch dieses Mal handelt es sich um ein Fragment der großen Arbeit, bei der nur das Boot und der Torso des ersten Mannes zu sehen sind und der zweite Mann hinter ihm nur angedeutet ist. Die Wirkung der beiden Plastiken ist vollkommen unterschiedlich. Während die große Arbeit stilisiert und figürlich ist und die dreifache Reihung in den Mittelpunkt stellt, wirkt der kleine Bruder im Skulpturenhof fast abstrakt. Vor allem der angedeutete zweite Körper, der wie ein Schatten hinter der Figur steht, verleiht der Plastik eine starke und geheimnisvolle Aura.

Künstler/in

Edwin Scharff wurde am 21.März 1887 in Neu-Ulm geboren. 1903–1907 studierte er an der Königlichen Akademie der Künste Malerei bei Ludwig von Herterich. Aus dieser Zeit entstanden 1908 erste Bildhauerarbeiten und ab 1908 Radierungen zum Thema Träume. Nach einem Aufenthalt in Paris im Jahr 1912–1913 wechselte er zur Bildhauerei. 1937 wurde er vom Lehramt beurlaubt, seine Werke als entartete Kunst diffamiert und viele seiner Arbeiten vernichtet. 1927 wurde er zum Vizepräsidenten des Deutschen Künstlerbundes gewählt und gehörte dieser Vereinigung auch nach dem 2. Weltkrieg u.a. 1951–1955 als Vorstands- und als Jurymitglied an. Die Preußische Akademie der Künste berief ihn 1931 gemeinsam mit Otto Dix, Ernst-Ludwig Kirchner, Emil Nolde u. a. zu ihrem Mitglied. Von 1946 an unterrichtete er an der Landeskunstschule in Hamburg. Thematisch bestimmen sein Werk Pferde- und Menschendarstellungen in humanistischen Traditionen. Seine Formensprache liegt zwischen stilisierender, expressiver und kubistischer Darstellung. Neben vielen Ausstellungen waren seine Werke auf der documenta I (1955) und documenta II (1959) in Kassel zu sehen. Der 1955 von der Stadt Hamburg gestiftete jährlich vergebene Edwin-Scharff-Preis erinnert an ihn. Er starb am 18. Mai 1955 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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