Elsbeth Arlt: Am steten Punkt

Elsbeth Arlt: Am steten Punkt ist der Tanz, (Foto: KUNST@SH/Helmut W. Schiffler, 2018)

Daten zum Werk

Elsbeth Arlt: Am steten Punkt (Buchstabeninstallation, 2008).
Jürgen-Fuhlendorf-Schule, Düsternhoop 48, 24576 Bad Bramstedt

Beschreibung

Über dem Eingang zur Jürgen-Fuhlendorf-Schule in Bad Bramstedt steht in klaren, metallisch glänzenden Großbuchstaben ein Zitat: AM STETEN PUNKT IST DER TANZ. Der Satz ist einem übersetzten Gedicht des US-amerikanischen Lyrikers T. S. Eliot (1888–1965) entnommen und wurde von der Künstlerin Elsbeth Arlt als Wandgedicht gestaltet.

Die technisch und nüchtern wirkenden Buchstaben im streng gestalteten Umfeld der Backsteinarchitektur stehen im Kontrast zum poetischen, geheimnisvollen Inhalt des Satzes, welcher sich dem Betrachter nicht auf Anhieb erschließt. Die in großen Lettern gestaltete Aussage lenkt den Blick vom Platz zum Schuleingang, hin zu einer Welt, die sich mit einer großen Vielfalt von Themen beschäftigt und die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Horizont der Schülerinnen und Schüler zu erweitern, ihre Kreativität und ihr Weltverständnis zu fördern. Der Satz ermutigt dazu, Fragen zu stellen und die Gedanken schweifen zu lassen.

Der Satz vereint als Gegensatzpaar die Bewegung des Tanzes mit der Statik des Punktes, ohne dass einer der beiden Begriffe dominiert: Ruhe und Bewegung halten einander in Balance. Zum Tanz gehört sowohl die gesammelte Energie als auch der ausdrucksvolle Drang zur Veränderung. Kreativität braucht Konzentration, künstlerischer Ausdruck braucht ein Ziel. Am steten Punkt ist der Tanz.

 

Am ruhenden Punkt der kreisenden Welt
weder Fleisch noch Geist;
weder fort von ihm noch zu ihm hin;
am steten Punkt ist der Tanz,
doch weder im Einhalten noch in der Bewegung.

Und nenn es nicht Stillstand,
wo Vergangenes und Zukunft vereint sind.
Weder Fortgehn noch Hingehn,
weder Steigen noch Fallen.

Wäre der Punkt nicht, der ruhende
so wäre der Tanz nicht –
und es gibt nichts als den Tanz.

T. S. Eliot

Künstler/in

Elsbeth Arlt wurde 1948 in Kiel geboren. Sie absolvierte die Muthesius-Fachhochschule für Gestaltung in Kiel sowie die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1989 wurde ihr der Förderpreis des Landes Schleswig-Holstein, 2000 der Kulturpreis der Stadt Kiel und 2012 der Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein verliehen. 1993 erhielt sie ein Stipendium an der Casa Baldi in Olevano Romano, Italien. Mit Lesungen und Malerei/Grafiken war sie seit 1982 in Ausstellungen sowie mit architekturbezogenen, dauerhaften Installationen in Schleswig-Holstein aktiv vertreten. Gerühmt wurden ihr subtiler Umgang mit Wort und Bild. Sie starb am 17. Juli 2015.

Galerie

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