Ernst Barlach: Frierende Alte

Ernst Barlach: Frierende Alte, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Ernst Barlach: Frierende Alte (Bronze, 1937)
Altes Rathaus, Fleethörn, 24103 Kiel

Beschreibung

Es ist ein anrührender Anblick: Zusammengekauert sitzt die alte Frau auf dem Boden, den Kopf auf die eng an den Körper gezogenen Knie gestützt. Mit dieser Haltung will sie der Kälte trotzen. Im übertragenen Sinn ging es dem Bildhauer Ernst Barlach ähnlich, denn Mitte der 1930er Jahre schlug ihm die Kälte und Feindschaft der Gesellschaft entgegen. Er und seine Arbeiten wurden ausgegrenzt, und er fühlte sich zunehmend zermürbt. Die in sich gekehrte, frierende Alte spiegelte daher gut seine eigene Verfassung.

Künstler/in

Ernst Barlach wurde am 2. Januar 1870 in Wedel geboren. Einen Großteil seiner Kindheit verbrachte er in Ratzeburg. 1888–1891 studierte er an der Kunstgewerbeschule Hamburg, danach bis 1895 an der Kunstakademie in Dresden. Ab 1897 war er als freischaffender Künstler tätig. Die Einflüsse einer Reise nach Russland 1906 beeinflussten sein weiteres Werk. Ab 1910 nahm er regelmäßig an Ausstellungen der Berliner Secession, des Sonderbundes und beim Kunstsammler Paul Cassirer in Berlin teil. In diesem Jahr zog er auch nach Güstrow in Mecklenburg. Seine Werke umfassen vor allem Holzplastiken und Bronzen, aber auch Druckgrafiken, Zeichnungen und Literatur. Im Jahre 1937 wurden alle Werke Barlachs als entartet gekennzeichnet und aus den deutschen Museen entfernt. Ernst Barlach starb am 24. Oktober 1938 in Rostock an einem Herzinfarkt. Heute gilt er als bedeutendter Bildhauer Norddeutschlands. Werke des Künstlers werden u.a. in Güstrow, Ratzeburg und Hamburg ausgestellt.

Galerie

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