Fred Thieler:
Horizontale

Fred Thieler: Quadrat und Horizontale, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Fred Thieler: Wandbild (1970)
Institut für Psychologie, Alte EWF / OS75, Seminargebäude I, Olshausenstraße 75, 24118 Kiel

Beschreibung

Zu Beginn der 1970er Jahre wurden großformatige Arbeiten von drei Künstlern ausgewählt, um im Rahmen der „Kunst am Bau“ die Wände der damaligen Pädagogischen Hochschule in Kiel zu schmücken und damit die schmucklose und rationale Architektur mit Leben zu versehen. Die Kunstwerke erfüllen diesen Zweck auf ganz unterschiedliche Weise. Die beiden Wandbilder von Otmar Alt lassen farbige Formen miteinander in Beziehung treten, während die Wandbilder von Carl Lambertz eher wie konstruierte Landschaften nach klaren Regeln erscheinen.

Fred Thieler als dritter Künstler präsentiert ein dreiteiliges Bild, das stark horizontal ausgerichtet ist. Ein zweites Werk in quadratischer Form (o. Abb.) wurde ebenfalls angeschafft. Das Bild zeigt eine lebhafte Farben- und Formenwelt in blau, weiß und rot. Statt einen erkennbaren Inhalt darzustellen, lebt das Bild von der Wirkung der Farben und ihrem dynamischen Zusammenspiel.

 

Künstler/in

Fred Thieler, eigentlich Fritz Wilhelm Richard, wurde am 17. März 1916 in Königsberg geboren. Nach Abitur und Arbeitsdienst besuchte er die private Malschule Hein König und war Werkstudent einer Licht- und Fotopauserei in München. 1946–1950 studierte er Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Carl Caspar. Freundschaften pflegte er u.a. mit Gerhard Fietz, Rolf Cavael, Willy Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff, Fritz Winter, Willi Baumeister sowie Rupprecht Geiger mit dem zusammen er Gründungsmitglied der Gruppe "ZEN 49“ war. Fred Thieler wandte sich von der gegenständlichen Malerei zur abstrakt-informellen und hat mit seinem Ouvre nicht nur großartige Raumwirkungen erzielt, sondern auch im Tafelbild selbst kosmische Weite eingefangen. Er gilt als einer der Hauptprotagonisten der deutschen Kunst nach 1945. 1951–1953 lebte er in Paris, wo er bei Stanley William Hayter arbeitete. Außerdem begegnete er dort u.a. Hans Hartung, Pierre Soulages und Serge Poliakoff. 1953 wurde er Mitglied in der Neuen Gruppe München, 1954 wurde er im Deutschen Künstlerbund aufgenommen. 1959 und 1964 nahm er an der documenta II und III in Kassel teil. 1959–1981 hatte er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1978 wurde Thieler Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession und der Akademie der Künste Berlin, deren Vizepräsident er 1980–1983 war. 1979 trat er der Internationalen Gesellschaft für Bildende Künste in Paris bei und war bis 1984 deren Vizepräsident. Im Alter von 69 Jahren verlieh die Stadt Regensburg Fred Thieler den Lovis-Corinth-Preis. Im selben Jahr erhielt er das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 1989 erschuf er ein Deckengemälde im Residenztheater in München. Der Fred-Thieler-Preis für Malerei, ein Kunstpreis für junge Künstler, wurde 1991 ins Leben gerufen. Fred Thieler starb am 6. Juni 1999 in Berlin.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)