Harald Duwe: Das System des Coppernicus

Harald Duwe: Das System des Coppernicus, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Harald Duwe: Das System des Coppernicus (Stahlblech, weiß lackiert, 1966–1967).
Coppernicus-Gymnasium, Adenauerplatz / Europaallee, 22850 Norderstedt.

Beschreibung

Für den damaligen Neubau des Coppernicus-Gymnasiums in Norderstedt schuf Harald Duwe eine Stahlplastik, die das heliozentrische Weltbild des Astronomen Nikolaus Kopernikus (Coppernicus, 1473–1543) künstlerisch darstellt. Der Astronom revolutionierte mit seiner Forschung die bis dahin geozentrische Weltsicht, die davon ausging, dass die Sonne und die weiteren Planeten um die Erde kreisen. Er konnte beweisen, dass die Erde um sich ihre eigene Achse dreht und zugleich um die Sonne kreist.

Auf einer senkrechten Achse dreht sich eine große Stahlkugel, die von zahlreichen kleineren Kugeln in unterschiedlichen Größen umgeben ist. Einzelne Kugeln sind miteinander durch feine Metallstäbe verbunden, so dass der Eindruck entsteht, die kleineren  Kugeln würden um die große mittlere kreisen und einige wiederum von noch kleineren Kugeln umkreist werden. Die gesamte Stahlplastik ist einheitlich weiß lackiert.

Durch die verteilte Anordnung der verschieden großen Kugeln entsteht mit einfachen künstlerischen Mitteln ein dynamisch wirkendes Gebilde, das durch den Wind tatsächlich in Bewegung gebracht wird. Da Harald Duwe überwiegend mit seinen fotorealistischen und sozialkritischen Bildern bekannt geworden ist, weicht dieses Kunstwerk von seinem Hauptwerk deutlich ab und zeigt eine ungewohnte Seite des Künstlers.

Künstler/in

Harald Duwe wurde am 28. Januar 1926 in Hamburg-Rothenburgsort geboren. 1942–1945 machte er eine Lehre als Lithograph und Kunstdrucker, unterbrochen durch zwei Jahre im Kriegsdienst. 1945–1950 studierte er an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg bei Wilhelm Grimm und Erich Hartmann. In dieser Zeit erhielt er ein Stipendium für zwei Semester an der Königlichen Akademie in Stockholm. Seit 1951 war er als freischaffender Künstler tätig. 1964–1977 war er Lehrer für räumliches Darstellen an der Ingenieurschule für Fahrzeugtechnik in Hamburg. Auch wenn er später mit seinen realistischen Werken als einer der profiliertesten deutschen realistischen Maler der Nachkriegszeit bekannt wurde, gibt es einige weitere Arbeiten von Harald Duwe aus den 50er und 60er Jahren, die unter dem Thema „Kunst am Bau“ als eigener Abschnitt in seinem künstlerischen Werdegang gelten müssen. Baugebundene Objekte schuf er u.a. in Großensee, Lütjensee, Stapelfeld, Ahrensburg, und Norderstedt. 1970 erhielt er den Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg. 1975–1984 war er Professor der Muthesius Kunsthochschule. Beauftragt durch Karl Finkes, malte Harald Duwe 1978 mit dem Abendmahl ein Hauptwerk seiner Gesellschaftsbilder. 1981 erhielt er den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel. Am 15. Juni 1984 verstarb Harald Duwe durch einen Autounfall. Weitere Informationen (extern): Website zu Harald Duwe

Galerie

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