Jan Koblasa:
Kreuz

Jan Koblasa: Kreuz, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Jan Koblasa: Kreuz (Glasierte Keramik, 1997)
Kapelle Südfriedhof, Plöner Straße 130, 24536 Neumünster

Beschreibung

Für die Auferstehungskapelle in Neumünster schuf der Bildhauer Jan Koblasa ein dominantes Kruzifix, das die gesamte Vorderwand einnimmt, sowie den Altar und die Kanzel ins sehr reduzierter Formgebung. Das Kreuz in schwerer schwarz-blauer Farbgebung wird durch das von oben hereinfallende Licht erhellt. Die Symbolik der Hoffnung in Zeiten der Trauer wird damit auf einprägsame Weise umgesetzt.

Der Künstler gibt zwei Vorbilder an, die ihn bei der Gestaltung inspiriert haben: den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald in Colmar und den Brüggemann-Altar im Schleswiger Dom. Beide Werke bestechen durch eine detailreiche, erzählerische Vielfalt in der Darstellung. Und so stellt auch Jan Koblasa vier wesentliche Stationen und Geschichten aus dem Leben Christi in eigener künstlerischer Interpretation dar: Erkennbar sind die Vorbilder Verkündigung und Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci, die Sixtinische Madonna von Raffael sowie die Pieta von Michelangelo.

Die Pyramide der Dreifaltigkeit krönt die Darstellung, die schimmernde blaue Farbe erinnert an den Abendhimmel. Das zentrale Element des Kreuzes ist die Dornenkrone, die zugleich wie ein Glorienschein wirkt. Die tiefen Male der Wunden an den Händen und Füßen sind ebenso zu sehen wie der kraftvolle Vulkan im Herzen. Jan Koblasa vereint in reichhaltiger Gestaltung Anfang und Ende, Trauer und Hoffnung, Leid und Erlösung.

Künstler/in

Jan Koblasa wurde am 5. Oktober 1932 im tschechischen Tabor geboren. Er studierte 1952–1958 an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Nach dem Scheitern des „Prager Frühlings“ 1968 floh er über Mailand nach Nordeutschland. An der Muthesius-Schule in Kiel begründete er 1969 die Bildhauerklasse, die er bis 1998 leitete. 1995 war er Gast der Deutschen Akademie Villa Massimo, Rom. 2002–2005 war er Professor für Bildhauerei an der Prager Akademie der Bildenden Künste. Seit 1958 war er an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt und nahm an internationalen Symposien und Reisen teil. Viele seiner oft politisch oder religiös motivierten Arbeiten finden sich in Kiel und in in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa, Amerika, Asien und Afrika, darunter mehr als 30 Museen und Sammlungen. Am 3. Oktober 2017 starb Jan Koblasa in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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