Jan Koblasa:
Laster & Tugend

Jan Koblasa – Laster und Tugend, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Jan Koblasa: Laster & Tugend (Bronzereliefs, 1986).
Amtsgericht, Rathausallee 80, 22846 Norderstedt.

Beschreibung

Ein eindrucksvolles Bronzeportal markiert den Eingang zum Amtsgericht Norderstedt. Die beiden Türflügel sind außen mehr als 3 Meter hoch und jeweils in vier Kassetten unterteilt. Bildhauer Jan Koblasa schuf für diese Felder acht Bronzereliefs, inhaltlich unterteilt in zwei Gruppen: links die Laster und rechts die Tugenden in abstrakten Darstellungen. Die beiden oberen Felder knüpfen an symbolische Darstellungen von Lastern und Tugenden an, die vom Mittelalter bis zum Barock gebräuchlich waren. In der zweiten Reihe von oben sind Wege zu erkennen, die perspektivisch auf den Horizont in halber Höhe zulaufen. Die Reihe darunter zeigt links eine körperliche Auseinandersetzung und rechts eine Versöhnung. Während das linke Feld von der Diagonale bestimmt wird, ist das rechte Feld horizontal und vertikal geordnet. Auch die beiden untersten Felder sind links und rechts unterschiedlich gestaltet – links chaotisch ungeordnet, rechts klarer strukturiert. Die Reliefs greifen das Thema der gerichtlichen Auseinandersetzung auf und bilden dieses in einer pulsierenden Form ab. Die Wirkung ergibt sich weniger aus der inhaltlichen Darstellung als vielmehr aus der Dynamik der Oberflächen und Formen.

Künstler/in

Jan Koblasa wurde am 5. Oktober 1932 im tschechischen Tabor geboren. Er studierte 1952–1958 an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Nach dem Scheitern des „Prager Frühlings“ 1968 floh er über Mailand nach Nordeutschland. An der Muthesius-Schule in Kiel begründete er 1969 die Bildhauerklasse, die er bis 1998 leitete. 1995 war er Gast der Deutschen Akademie Villa Massimo, Rom. 2002–2005 war er Professor für Bildhauerei an der Prager Akademie der Bildenden Künste. Seit 1958 war er an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt und nahm an internationalen Symposien und Reisen teil. Viele seiner oft politisch oder religiös motivierten Arbeiten finden sich in Kiel und in in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa, Amerika, Asien und Afrika, darunter mehr als 30 Museen und Sammlungen. Am 3. Oktober 2017 starb Jan Koblasa in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)