Karl-Henning Seemann: Aufspringender

Karl-Henning Seemann: Aufspringender, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Karl-Henning Seemann: Aufspringender (Bronze, 1990–1992).
Agentur für Arbeit, Geniner Straße/Hans-Böckler-Straße, 23560 Lübeck. 

Beschreibung

Wie fängt man als Bildhauer die Zeit ein, wenn doch eine Bronzeplastik genau das Gegenteil darzustellen scheint? Eine Bronzeplastik bleibt immer gleich, während sich in einer Bewegung die Form oder die Lage im Raum verändern. In der Figur des Aufspringenden will Karl-Henning Seemann den Zeitablauf der Bewegung verdeutlichen und löst die Aufgabe, indem sich die Form des Mannes von der klaren Umgrenzung löst und verschwimmt – ähnlich wie bei einem Foto, auf dem die Konturen durch schnelle Bewegung verwischen.

So lässt sich in der Plastik der liegende Mann noch erahnen, während der nach oben schnellende Körper noch nicht vollständig abgebildet ist und zersplittert wirkt. Die schnelle, spiralförmige Hinwendung von der liegenden in die aufrechte Form gibt der Figur eine expressive Dynamik.

Künstler

Karl-Henning Seemann wurde am 13. März 1934 in Wismar geboren. 1953–1955 studierte er an der Hochschule für Bildende und Angewandte Künste Berlin-Weißensee und 1955–1959 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg. 1959 schloss sich ein Kunsterzieherexamen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart an. 1974–1997 war er Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Er lebt und arbeitet heute in Löchgau. In seinen Plastiken und Skulpturen ist es ihm wichtig, die Figuren in den großen räumlichen Zusammenhang mit der Architektur, dem Städtebau oder der Landschaft so einzubinden, dass sie sowohl aus großer Entfernung wirkt wie auch aus der Nähe ihre Spannung erhält. Weitere Informationen (extern): Website von Karl-Henning Seemann

Galerie

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