Karl Schubert: Mahnmal für die Opfer des 2. Weltkriegs

Karl Schubert: Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Karl Schubert: Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges (Bronze, 1964).
Kirchenplatz, 22844 Norderstedt.

Beschreibung

Rund fünf Meter ragt das Mahnmal am Norderstedter Kirchenplatz in die Höhe, welches an die Opfer des Zweitens Weltkrieges erinnern will. Die stark zerklüftete Form der Stele ist uneindeutig ausgeprägt und weckt unterschiedliche Assoziationen. Man mag sich an die Stacheln einer aufragenden Pflanze erinnert fühlen oder auch an Stacheldraht, der um die Stele gewickelt ist. Ähnlichkeit mit einem Insektenschwarm ist genauso vorhanden wie mit einer abstrakt aufgetürmten Menschenmenge. Die Figur wirkt je nach Sichtweise mal so, als würde sie sich ausbreiten, mal auch, als wäre sie dabei, sich aufzulösen.

Bildhauer Karl Schumann lässt in seiner Bronzeplastik viel Raum für eigene Gefühle und Gedanken. Das Monument legt sich nicht fest, zielt mit seiner herben Form aber auf die Gefühle der Betrachter und inszeniert eine latent greifbare Bedrohung. Als ein Vertreter der frühen 1960er Jahre, in der das Mahnmal aufgestellt wurde, hebt das Kunstwerk sich eindrucksvoll von dem damals für den öffentlichen Raum verbreiteten Wunsch nach dekorativer Heimeligkeit ab. Der gezielte Bruch mit dem Zeitgeschmack war mutig und wirkt noch heute.

Künstler/in

Karl Schubert wurde am 18. Juli 1909 in Schreckenstein-Aussig geboren. Er absolvierte ein Bildhauerstudium in Hoschitz und studierte anschließend vier Jahre an der Akademie Prag. Ab 1950 war er Dozent an der Hochschule für Bildende Künstler in Hamburg. Er führte hauptsächlich Großplastiken in öffentlichem und kirchlichem Auftrag aus. Nach Information der Gießerei Noack wurden sowohl 1939 als auch Anfang der fünfziger Jahre verschiedene Portraitköpfe nach seinen Entwürfen gegossen. Zuletzt war er 1965 bis März 1978 Professor für „Konstruktives Zeichnen“ an der HfbK Hamburg. 1979 zog er nach Bad Wörishofen. Zuletzt wohnte Karl Schubert in Hamburg-Ahrensburg.

Galerie

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