Karlheinz Goedtke: Betonsteinfries Kämpfer

Karlheinz Goedtke: Betonsteinfries, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Karlheinz Goedtke: Betonsteinfries Kämpfer (Beton, 1958)
Ehem. Truppenunterkunft in Boostedt, Von-dem-Borne-Straße 14, 24598 Boostedt

Beschreibung

Kurze Zeit nach der Gründung der Bundeswehr im Nachkriegsdeutschland wurde 1958 die Kaserne in Boostedt eingeweiht, die später den Namen „Rantzau-Kaserne“ erhielt. Bildhauer Karlheinz Goedtke erhielt den Auftrag für drei Kunst-am-Bau-Arbeiten, darunter ein Betonsteinfries, das den Eingangsbereich zur Kaserne markiert.

Das graue, stark grafisch orientierte Fries entlang der roten Außenmauer zeigt zwölf Männer als Reliefs, die verteilt in kleinen Gruppen angeordnet sind. Zu sehen sind kampf- und verteidigungsbereite Männer in historischen Szenen, so als Bogenschützen, oder bewehrt mit Schilden und Schwertern. Damit wird die Bundeswehr, die wenige Jahre nach dem verlorenen Krieg in der Bevölkerung auf verbreitete Ablehnung stieß, in einen verallgemeinerten historischen Zusammenhang eingeordnet, der über die Schrecken der gerade erlebten Kriegsjahre hinausweist. 2016 wurde die Rantzau-Kaserne aufgelöst.

Künstler

Karlheinz Goedtke wurde am 15. April 1915 in Kattowitz/Oberschlesien geboren und wuchs in Breslau auf. 1931–1936 studierte er an der Werkkunstschule in Stettin bei Kurt Schwerdtfeger. 1938–1940 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Seit 1945 arbeitete er als freier Künstler in Ratzeburg. Sein erster öffentlicher und überregional beachteter Auftrag war 1950 die Plastik des Till Eulenspiegel für Mölln. Ein Jahr später zog er auch in diese Stadt. Im öffentlichen Raum in Schleswig-Holstein finden sich viele seiner über 200 Großplastiken, aber auch im übrigen Bundesgebiet und im Ausland ist er vertreten. Am 23. August 1995 starb Karlheinz Goedtke in Mölln. Weitere Informationen (extern): Karlheinz Goedtke im Kreismuseum Herzogtum Lauenburg

Galerie

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