Kleine Kaskadenanlage

Kleine Kaskadenanlage, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Verschiedene Künstler: Kleine Kaskadenanlage (um 1690)
Neuwerkgarten, Schloss Gottorf, Schlossinsel 1, 24837 Schleswig

Beschreibung

Seit den 1660er Jahren gab es die kleine Kaskade am Eingang des Neuwerkgartens. Sie war im Zuge der barockisierenden Gartenerweiterung unter Herzog Christian Albrecht ausgeführt worden. Schon nach dreißig Jahren, um 1690, wurde die Kaskade von Theodor Allers (gestorben 1704) grundlegend erneuert und mit aufwendigem Skulpturenprogramm, mit Muschelbecken, Delphinen, Muschel- und Schneckengebinde sowie einem Triton geschmückt. Die heute bestehende Kaskade geht auf den Eutiner Bildhauer Johann Georg Moser (1713–1780) zurück, der im Auftrag der dänischen Krone das Werk Allers kopierte und den Platz am Fuß der Wassertreppe 1772 mit Sandsteinvasen nach eigenem Entwurf ausstattete.

Im Zuge der Öffnung des Gartens unter dem dänischen Statthalter Karl von Hessen (1744–1836) fand 1834 die letzte grundlegende Umgestaltung der kleinen Kaskade durch den Gottorfer Bauinspektor Wilhelm Friedrich Meyer (1799–1866) statt. Das barocke Nymphäum wurde durch einen klassizistischen Antentempel ersetzt, die seitlichen Muschelbecken wurden entfernt und im großen Bassin wurde eine gusseiserne Brunnenschale der Büdelsdorfer Carlshütte aufgestellt, gefertigt nach einem Entwurf des berühmten dänischen Architekten Christian Frederik Hansen (1756-1845).

Künstler/in

Johann Georg Moser wurde wahrscheinlich um 1713/14 in Traunstein geboren. Er war Bildhauer und Stukkateur. Seine Jugendjahre sind nicht genau dokumentiert. Man nimmt aufgrund etlicher seiner Arbeiten in Schleswig-Holstein an, dass er eine Ausbildung erhalten hatte. So erstellte er u. a. einfachere Arbeiten am Eutiner Schloss, am Lübecker Dom, den Gütern Rantzau oder Gut Blumendorf bei Bad Oldesloe. 1771 gestaltete er nachweislich die Toranlage und eines der Gartenhäuser des Gutes Schierensee. Gartenvasen im Neuwerksgarten von Gottorf sollen von ihm geschaffen worden sein. Als 1774 die Kaskadenanlagen des Gottorfer Neuwerksgartens umfangreich instandgesetzt wurden, führte er Erd- und Malarbeiten durch und beschaffte Materialien. Johann Georg Moser starb am 27. August 1780 in Eutin.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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