Maria Pirwitz:
Voilà l’homme

Maria Pirwitz: Voilà l'homme, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Maria Pirwitz: Voilà l'homme (Bronze 1971)
Skulpturenhof Mümmelmannsberg, Kandinskyallee, 22115 Hamburg (Billstedt)

Beschreibung

Ein lächelnder Frauenkopf aus Bronze ruht auf dem Granitsockel im Skulpturenhof Mümmelmannsberg, rundum umgeben von einem grobmaschischen Netz. Die Bildhauerin Maria Pirwitz gab dieser Plastik den Titel „Voilà l’homme“, was auf deutsch soviel heißt wie: So ist er, der Mensch! Auf der symbolischen Ebene lässt sich das so interpretieren, dass wir alle umgeben sind von einem Geflecht aus Beziehungen, Regeln und Werten, das uns stützt, zugleich aber auch einengt. Wir mögen uns frei fühlen, sind aber in vielfacher Hinsicht eingeschränkt in unseren Möglichkeiten.

Über die symbolische Ebene hinaus hat das Kunstwerk eine kraftvolle Ausstrahlung, die sich aus der abstrahierten Form ergibt. Durch die Lage des Kopfes, das Netz und das Fehlen des übrigen Körpers irritiert die Plastik unsere Sehgewohnheiten und man muss schon genau hinschauen, um das Gesicht zu erkennen. Mancher denkt beim ersten Blick eher an einen Wirsingkohl! Das Netz mit seinen feinen und teilweise auch kräftigen Linien bestimmt die Wahrnehmung stärker als Augen, Ohren und Mund. Damit lädt die Künstlerin die Betrachter zur intensiven Auseinandersetzung ein. Die Passanten sollen die Arbeit aus allen Richtungen wirken lassen und gerne auch die Hände bei der Erkundung mit einbeziehen.

Künstler/in

Maria Pirwitz wurde am 29. April 1926 in Hamburg geboren. Ihr 1944 begonnenes Studium der Malerei an der Karlsruher Kunstakademie setzte sie, nach Unterbrechung durch den Krieg, 1946–1948 mit einem Studium an der Stuttgarter Kunstakademie fort. 1948 wechselte sie in den Studienbereich Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart und dann 1948–1950 zur Landeskunstschule der Hansestadt Hamburg. Hier sammelte sie, parallel zum Studium in der Bildhauerklasse von Edwin Scharff, Praxiserfahrung in einem Hamburger Steinmetzbetrieb. Ab 1953 war sie als Bildhauerin mit eigenen Atelier in Hamburg tätig. Nach Studienreisen nach Mexico und Frankreich (1960–1962) war sie ab 1963 als freischaffende Bildhauerin tätig und fertigte figürliche Arbeiten oder auch komplette Altäre aus Stein, die anschließend in Bronze gegossen wurden. Sie gewann 1979 einen Wettbewerb für ein Brahms-Denkmal in Hamburg, stellte dann 1981 zum letzten Male aus. Sie starb 1984 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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