Max Bill:
Rhythmus im Raum

Max Bill: Rhythmus im Raum, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Max Bill: Rhythmus im Raum (Granit, ca. 225 cm, 1947–1948 / angekauft 1968)
Kennedybrücke / An der Alster, 20354 Hamburg (St. Georg)

Beschreibung

Die Idee des Möbiusbandes ist ebenso einfach wie faszinierend: Ein Papierstreifen (oder etwas ähnliches) wird nach einer halben Drehung um die Längsachse an den Schmalseiten zusammengefügt. Folgt man mit dem Finger oder den Augen der entstanden Form, stellt man fest, dass man nicht zwischen innen und außen unterscheiden kann, weil die Figur nur eine Seite hat. Egal wo man seine „Reise“ beginnt, fährt man unendlich oft die Flächen entlang. Benannt ist dieses mathematische Phänomen nach dem Leipziger Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius, der es 1858 beschrieb.

Der Bildhauer und Grafiker Max Bill setzte das Möbiusband in verschiedenen Skulpturen um. Die Hamburger Ausstellung „Plastik im Freien“ zeigte 1953 dessen Skulptur „Rhythmus im Raum“, die dieses Prinzip zum Vorbild nahm, dabei aber gleich drei Kreisringe gedanklich miteinander verknüpfte. Auch wenn man es auf dem ersten Blick nicht glauben mag, lässt sich mit dem Finger die gesamte Begrenzungslinie einschließlich der drei „Öffnungen“ in einem Stück nachzeichnen, ohne den Finger einmal abzusetzen. Heute gilt die Skulptur als eines der bekanntesten und beliebtesten öffentlichen Kunstwerke der Hansestadt.

Künstler/in

Max Bill wurde am 22. Dezember 1908 in Winterthur in der Schweiz geboren. 1924–1927 besuchte er eine Lehre zum Silberschmied an der Kunstgewerbeschule Zürich und anschließend 1927–1929 das Bauhaus in Dessau. 1929 zog er nach Zürich/Schweiz und arbeitete dort als Maler, Grafiker, Architekt, Gestalter und Kunsthistoriker. Ab 1931 wandte er sich der geometrisch-konstruktiven Abstraktion zu. 1930–1962 gehörte er dem Schweizer Werkbund an. Zur Verbreitung und Anerkennung der „Konkreten Kunst“ organisierte er 1944 in Basel die erste internationale Ausstellung und gründete im selben Jahr die Zeitschrift „abstrakt konkret“. Er hatte Lehraufträge in Zürich und Hamburg und gilt als geistiger Urheber der 1951 gegründeten Hochschule für Gestaltung in Ulm, die versuchte, die Tradition des Dessauer Bauhauses fortzusetzen. 1959 und 1964 nahm er an der documenta in Kassel teil. Er gilt als ein Hauptvertreter und bedeutender Theoretiker der „Konkreten Kunst“ und als der einflussreichste Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Am 9. Dezember 1994 starb Max Bill in Berlin.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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