Paul Wunderlich:
Sieben Würfel

Paul Wunderlich: Sieben Würfel, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Paul Wunderlich: Sieben Würfel (1962, aufgestellt 1992, Granit)
Kennedy-Brücke, 20354 Hamburg (Neustadt)

Beschreibung

Zu den bekanntesten Werken von Paul Wunderlich gehören viele surreal anmutende Bilder und Skulpturen. In einer Grünanlage nahe der Alster findet sich eine Komposition, die eine ganz andere Facette des Künstlers zeigt, der unter anderem auch Möbel und Schmuck gestaltet hat: Die Arbeit „Sieben Würfel“ – erstaunlicherweise bestehend aus acht Würfeln – zeigt eine fast mathematische und architektonische Klarheit. Acht individuell geformte und gefärbte Würfel stehen in drei Ebenen übereinander, unten vier, darüber drei und ganz oben einer. Die Maserung der Steine variiert von orange-rötlich bis schwarz-gräulich. Und auch die Form ist bei keinem der Steine ein perfekter Würfel, stets weichen sie leichter oder stärker von der Norm ab. Die Würfel stehen damit für Einheit und Vielfalt gleichermaßen.

Künstler/in

Paul Wunderlich wurde am 10. März 1927 in Eberswalde geboren. Aufgewachsen in Eutin, besuchte er nach dem Abitur die Schlosskunstschule des Eutiner Schlosses. Er studierte 1947–1951 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg „Freie Graphik“ bei Willi Titze. Zu seinen Mitschülern gehörten Horst Janssen und Reinhard Drenkhahn. 1950 war er für ein Semester Schüler von Willem Grimm, danach 1951–1960 dort Lehrer für Radierung und der Lithografie. Ab etwa 1959 entwickelte er den für ihn charakteristischen Stil. Seine frühen Werke zeigen zerstückelte, disproportionierte Körper vor leerem Hintergrund. Ab den sechziger Jahren nahm er vor allem Elemente aus Art Déco, Jugendstil sowie Surrealismus. 1960 beschlagnahmte die Hamburger Staatsanwaltschaft seine Werke als „anstößig“. 1963 wurde er Professor an der Hochschule für Bildende Kunst. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen wie u.a. 1962 der M.-S. Collins-Preis für Lithografie, Philadelphia (USA), 1965 der Edwin-Scharff-Preis, 1986 Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein sowie Ehrungen auf den Grafik-Biennalen in Irland, Taiwan und Bulgarien haben ihn international berühmt gemacht. Als einziger deutscher Künstler wurde er in die Pariser „Académie des Beaux Arts“ aufgenommen. Seit 1962 stellte er in Ausstellungen in Deutschland, USA und Frankreich aus. 1964 war er Teilnehmer der documenta III (1964) in Kassel. Ab 1968 beginnt er auch Plastiken zu schaffen. Studienreisen nach New York und in die Schweiz. Er arbeitete auch an bildhauerisch ästhetisierten Alltagsgegenständen wie Geschirr, Besteck, Möbel und Schmuck. Paul Wunderlich lebte und arbeitete in Hamburg und Saint-Pierre-de-Vassols (Provence), wo er am 6. Juni 2010 starb.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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