Richard Serra:
T.W.U.

Richard Serra: T.W.U., (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Richard Serra: T.W.U. (3 Platten aus Cortenstahl, 1980, aufgestellt 1989)
Deichtorhallen, Deichtorstraße / Altländer Straße, 20095 Hamburg (Hamburg-Altstadt)

Beschreibung

Die Stahlplastik T.W.U. („Trade Workers Union“) des amerikanischen Bildhauers Richard Serra an den Deichtorhallen will nicht gefällig und hübsch sein, sondern ganz bewusst provozieren und irritieren. Stark und selbstbewusst steht sie auf dem Platz nahe der Bahnunterführung und fordert Aufmerksamkeit. Drei identische, rostrote Stahlplatten, die jeweils 3,66 Meter breit, 10,97 Meter hoch und 7 Zentimeter stark sind, stehen aufrecht und halten sich nur durch ihr hohes Gewicht gegenseitig in der Balance. Ursprünglich waren sie durch Schweißnähte miteinander verbunden, die sich jedoch im Laufe der Zeit und durch Temperaturschwankungen lösten.

Nähert man sich als Passant dem Monument, spürt man dessen Ausmaße, fühlt sich selbst klein angesichts der Maße und richtet den Blick nach oben. Die Plastik in ihrer Gesamtheit lässt sich nicht mit einem Blick erfassen, und bei jedem Wechsel des Standortes verändert sich die Wirkung deutlich. Jede der Platten ist leicht geneigt, so dass eine spannungsvolle Dynamik und zugleich ein ein latent bedrohlicher Eindruck entsteht.

Das minimalistische Monument stellt nichts dar, sondern bezieht seine Wirkung aus sich selbst, aus dem Material, der Form, der Schwere, die sich den Passanten entgegenstellen und zum Dialog auffordern. Das Kunstwerk wurde nicht eigens für den Hamburger Standort entworfen, sondern stand ursprünglich inmitten der Häuserschluchten von New York, also in gänzlich anderer Umgebung. Es bezieht sich demnach nicht unmittelbar auf seine Umgebung, verändert diese durch seine Präsenz aber nachhaltig.

Künstler/in

Richard Serra wurde am 2. November 1939 in San Fransisco geboren. Von 1957–1961 studierte er englische Literatur. Für seinen Lebensunterhalt arbeitete er parallel in einem Stahlwerk. 1961–1964 studierte er Kunst an der Yale Universität in New Haven, wo er Assistent von Josef Albers war. In den 1960er Jahren arbeitete er mit industriellen Materialien wie Blei und Gummi und setzte diese in einen Bezug zum Raum. Sein Gesamtwerk umfasst zusätzlich Malereien und Druckgraphiken. Seit 1969 bis heute stellt er in bedeutsamen Museen u.a. in USA und Deutschland aus. Er war Teilnehmer der documenta 5 (1972) bis 7 (1982) und 8 (1987) in Kassel. Seine die Blickrichtung und Wahrnehmung bestimmenden Konstruktionen aus monomentalen und tonnenschweren Zylindern und Blöcken aus Cortenstahl, sollen „neue Wege des Sehens“ in Bezug auf Körper und Raum bzw. innen und außen vermitteln und wirken trotz der Größe luftig und leicht. Seine, teils auch umstrittenen, mehrheitlich großformatigen Stahl (platten) Plastiken, kann man verteilt über ganz Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Spanien, Katar, Frankreich und der Schweiz sehen. Richard Serra lebt und arbeitet seit 1991 in New York.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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