Walter Rössler:
Werftarbeiter

Walter Rössler: Werftarbeiter, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Walter Rössler: Werftarbeiter (Bronze, 1959, Höhe ca. 1,2 m, mit Sockel ca. 2,0 m)
Prinzengarten am Schloss, Wall 80, 24103 Kiel

Beschreibung

Die Kieler Werften sind eng mit dem Schicksal der Stadt verbunden, sowohl in Zeiten der florierenden Wirtschaft als auch in der Krise. Mit der Ernennung zum Reichskriegshafen im Zuge der Reichsgründung beginnt ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung. Doch die Abhängigkeit vom Schiffbau und vor allem der Rüstungsproduktion ist zugleich eine Bürde, wie sich in den beiden Weltkriegen und in der Folgezeit zeigt. Die maritime Infrastruktur und mir ihr weite Teile der Stadt werden von den Kriegsgegnern zerstört, und nur mit großer Mühe gelingt es in der Nachkriegszeit, den zivilen Schiffsbau als Voraussetzung für den Wiederaufbau der Stadt durchzusetzen. 1959 erhält der Kieler Bildhauer Walter Rössler den Auftrag, ein Denkmal für die Werftarbeiter zu erstellen, das seinen Standort an prominenter Stelle nahe des damals zerstörten Schlosses erhält – in der Blickachse zu den Werften am gegenüber liegenden Fördeufer. Der Künstler zeigt einen anonymen Arbeiter in voller Montur, der auf einem Sockel kniet und das Gesicht nach unten neigt. Der Körper ist durch die wechselnden Winkel und Neigungen von Armen, Beinen und Oberkörper spannungsreich inszeniert. Die Darstellung des knienden Arbeiters hebt sich gezielt von heroischen Denkmälern früherer Jahrzehnte ab. 

3D-Modell:

Werftarbeiter by funix on Sketchfab (mit freundlicher Genehmigung von Henryk Furs)

Künstler/in

Walter Rössler wurde 1904 in Kiel geboren. 1920–1924 absolvierte er eine Steinmetzlehre, besuchte dann bis 1926 die Kunstgewerbeschule in Kiel und anschließend bis 1930 die Kölner Werkkunstschulen. Nach Stationen in Halle, Dresden, Rom und Florenz arbeitete er ab 1949 wieder als freier Künstler in Schleswig-Holstein. 1941 war er Stipendiat der Villa Massimo. Mehr als 30 Werke wurden öffentlich aufgestellt, u. a. in Norddeutschland, Dresden, Berlin und Florenz. Walter Rössler starb 1996.

Galerie

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