Dieter Matzner:
Erzengel Michael

Dieter Matzner: Erzengel Michael, (Foto: KUNST@SH/Helmut W. Schiffler, 2018)

Daten zum Werk

Dieter Matzner: Erzengel Michael (1960er Jahre)
Michaeliskirche Kaltenkirchen, Kirchensteig 1, 24568 Kaltenkirchen

Beschreibung

Für die Michaeliskirche in Kaltenkirchen schuf der Bildhauer Dieter Matzner eine reliefartige Darstellung des Namengebers, des Erzengels Michael, die eine Wand im Außenbereich schmückt. Die Darstellung des Engels ist stark reduziert und eher grafisch als plastisch ausgeführt. Stärker als das realistische Bild der Figur steht hier die ikonische – zeichenhafte – Umsetzung im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit. Das auffälligste Merkmal der Figur ist die unterschiedliche Größe der Flügel. Möglicherweise ist der beschädigte Flügel ein Hinweis auf den Kampf gegen den Drachen (Offb. 12,3 ff.), durch den die Erzengel ihren Platz im Himmel verloren.

Künstler/in

Dieter Matzner (eigentlich Dieter Richard Werner Matzner) wurde am 17. April 1936 in Liegnitz, (Hauptstadt) im damaligen Niederschlesien geboren. Er ist ein deutsch-schwedischer Kunstpädagoge, Bildhauer und Maler. Nach seiner Flucht nach Magdeburg floh er nochmals nach Braunschweig, wo er eine solide Ausbildung als Mechaniker erhielt und sich dann bei der Hochschule für Bildende Künste bewarb. Dort erwarb er, im Kontakt auch mit Prof. Bodo Kampmann 1961 das Staastexamen und wurde anschließend sein Meisterschüler. Nach nochmaligem Umzug nach Kiel arbeitete er als Lehrer 1962–1964 an der dortigen Muthesius Fachhochschule und wurde in dieser Zeit auch Mitglied des BBK Schleswig Holstein. 1965 zog er nach Schweden und war 1965–1980 freischaffender Künstler mit diversen Lehraufträgen. Er wurde Mitglied des KRO „Konstnärernas Riksorganisation i Sverige“, dem Pendant des BBKs in Deutschland. In den Jahren 1977, 1979, 1981 und 1991 wurden ihm für seine Leistungen entsprechende landesspezifische Fördermittel gewährt. Ab 1981 arbeitete er 20 Jahre an der Kunstindustrieschule „Hochschule für Design und Kunsthandwerk“ der Uni Göteborg. Dieter Matzner schuf Zeichnungen, Gemälde sowie Skulpturen und Wandarbeiten. Sein Credo „Man kann auch malen, was man nicht sieht“. Die Arbeiten sind grundsätzlich abstrakt und stellen Zeit und Raum in Frage, was ihn stilistisch dem Surrealismus zuordnet. Darüber hinaus stellte er auch kunsthandwerkliche Objekte, wie z.B. im Auftrag der Stadt Kiel für die Segler der Kieler Woche bzw. der Olympischen Spiele, her. Seine Kreativität lässt ihn auch hierbei „phantastische“ Wege beschreiten, die er in Groß- wie in Kleinformaten auslebt. So schuf er für den Marktplatz vor dem Kunstmuseum in Alingsås eine 3x2 Meter große „Nolan“ benannte Kartoffel, die er anschließend erfolgreich mit 6.000 nummerierten 7,5 cm große Stücke als Souvenir vertrieb. Die Arbeiten von Dieter Matzner sind in Museen, Provinzlandtag und Privatsammlungen in Schweden und USA, Japan, Deutschland u.a. auch als Kunst im öffentlichen Raum (u.a. Kiel, Schenefeld, Kaltenkirchen etc.) vertreten. Er unternahm Kunstreisen u.a. nach Paris, Berlin, Prag, Barcelona und New York. Seit 2001 arbeitete er als freier Künstler, mit bis heute 50 Einzel- und einer Vielzahl Gruppenausstellungen, in Onsala, in der Nähe von Göteborg.

Galerie

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