Hans-Jürgen Breuste:
WIK – Denkmal zum Matrosenaufstand 1918

Hans-Jürgen Breuste: WIK – Denkmal zum Matrosenaufstand 1918, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Hans-Jürgen Breuste: WIK – Denkmal zum Matrosenaufstand 1918 (Stahl, Granit, 1978–1982, Höhe ca. 6,0 m)
Jensendamm/Ratsdienergarten, 24103 Kiel

Beschreibung

Bereits im Oktober 1918 steht fest, dass Deutschland im Ersten Weltkrieg kapitulieren wird, aber zur Rettung der Ehre sollen die Matrosen erneut in eine Schlacht geschickt werden. Gegen diesen Befehl, der zum sinnlosen Tod unzähliger Soldaten führen würde, begehren in Wilhelmshaven viele Matrosen auf, doch werden die Anführer verhaftet. In der Marinestadt Kiel, seit 1871 Reichskriegshafen, erreichen daraufhin die Proteste ein Ausmaß, das die Obrigkeit nicht mehr eindämmen kann. Als schließlich der Funke auf ganz Deutschland überspringt, führt dies zur Abdankung von Kaiser Wilhelm II., zum Ende des Kaiserreiches und zur Ausrufung der Republik. Gut 60 Jahre nach dem Matrosenaufstand wird im Kieler Ratsdienergarten ein kraftvolles Monument mit starker Symbolkraft eingeweiht. Der Hannoveraner Bildhauer Hans-Jürgen Breuste gewinnt den ausgelobten Wettbewerb und erstellt aus schwerem Granit und rostrotem Stahl drei Elemente, die in unterschiedlicher Neigung rund sechs Meter in die Höhe ragen: steinerne Säulen durchbohren stählerne Blöcke. Die Bildsprache ist sehr klar und erlaubt doch vielfältige Assoziationen. Man mag an rostige Schiffswände denken, an Kanonenrohre, gesprengte Ketten oder auch an Grabsteine auf einem Friedhof. Die Ordnung wird durch die in verschiedene Richtungen weisenden Teile erschüttert. 

Künstler/in

Hans-Jürgen Breuste wurde am 21. Mai 1933 in Hannover geboren. Er machte 1949 eine Lehre als Maurer und zunächst arbeitete er in diesem Beruf. Ab 1956 begann er, sich künstlerisch zu betätigen. Von der Hochschule für Bildende Künste in Münster erhielt Breuste 1976–1978 einen Lehrauftrag, 1980 dann einen von der Fachhochschule Hannover. Anfang der 1960er Jahre entstanden zunächst figürliche Arbeiten u. a. aus Bronze. Bekannt wurde Breuste später mit seinen Arbeiten aus alltäglichen Fundstücken. Assemblagen dieser Werkteile und deren individuelle Herkunft nutzte er häufig zu politischen und sozialkritischen Aussagen in seiner Kunst. 1981 erhielt er den Kunstpreis des Landes Niedersachsen sowie 1988 den Sonderpreis des Deutschen Künstlerbundes. Hans-Jürgen Breuste lebte und arbeitete in Hannover und starb auch dort am 28. Januar 2012.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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