Jörg Plickat:
Schmerzensmann

Jörg Plickat: Schmerzensmann, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Jörg Plickat: Schmerzensmann, (Granit, 1989, Höhe ca. 2,1 m)
Kieler Kloster, Falckstraße 9, 24013 Kiel

Beschreibung

Das ehemalige Franziskanerkloster hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Mitte des 13. Jahrhunderts ist es der Ort der Stadtgründung. Die Funktion als Kloster erfüllt das Gebäude rund 200 Jahre lang bis 1530. Dann wird es unter anderem vom Heiligengeist-Hospital, der städtischen Lateinschule und der Universität genutzt, bis Ende des 18. Jahrhunderts große Teile abgebrochen werden. Der Turm entsteht zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge des Umbaus der Klosterkirche. Nach den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs werden die erhaltenen Räume instandgesetzt, während die Klosterkirche selbst zerstört ist. Ab 1994 erfolgt die umfangreiche Restaurierung der erhaltenen Teile des Kreuzgangs und des Refektoriums, um die mittelalterliche Bausubstanz wieder deutlich zu machen. Nach einer Ausstellung des Bildhauers Jörg Plickat in den Räumen des Klosters erwirbt der Klosterverein die Skulptur Schmerzensmann, die neben dem Eingang zum einstigen Kreuzgang aufgestellt wird. Sie ist aus einem hellen, länglichen Granitblock geschlagen und abstrahiert die Gestalt des Gekreuzigten durch den Verzicht der Darstellung der gestreckten Arme und des Kreuzes. Die abgeknickten Beine und der herunterfallende Kopf verdeutlichen den Schmerz, unterstrichen durch die rohe Bearbeitung und die gekörnte Oberfläche. 

Künstler/in

Jörg Plickat wurde 1954 in Hamburg geboren. Er studierte Bildhauerei an der Muthesiusschule in Kiel bei Jan Koblasa, Georg Weiland und Manfred Sihle-Wissel. Seine erste Ausstellung hatte er 1979 in der Werkstatt Maulwurf in Kiel. Er war auf zahlreichen europäischen Kunstmessen und auf über 250 Ausstellungen weltweit vertreten. 2012 erhielt er den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft. Mehr als 60 überwiegend monumentale und raumgreifende Arbeiten finden sich im öffentlichen Raum und in Kirchen im norddeutschen Raum und an vielen Orten im Ausland. 2011 war er als erster nichtchinesischer Lehrer an zwei hochrangigen Akademien in Peking und Hangzhou tätig. Waren in den 80er Jahren seine bevorzugten Materialien noch Holz und später Naturstein bei überwiegend figürlichen Motiven, arbeitet er seit den 90er Jahren in seinen kubistisch reduziertem und dennoch menschlichen proportionalen Formen in Bronze und Corten-Stahl. 2015 erhielt er mit dem Macquarie Preis Australiens höchsten Preis für Bildhauerei sowie 2017 den NordArt-Preis. In 2013 eröffnete Jörg Plickat seinen eigenen Skulpturenpark „Koppel der Künste“ in Bredenbek, wo er seit 1980 lebt und arbeitet.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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