Stephan Balkenhol:
Mann und Frau

Stephan Balkenhol: Mann und Frau, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Stephan Balkenhol: Mann und Frau (Bronze, 2004)
Zentralbibliothek, Hühnerposten 1, 20097 Hamburg (Hammerbrook)

Beschreibung

Stephan Balkenhol wird gerne mit Etiketten versehen wie „der wohl bedeutendste deutsche Bildhauer“. Seinen Skulpturen scheint das vollkommen egal zu sein. Sie stehen unberührt und ohne große Gesten auf ihren Plätzen, zeigen keine Allüren und kein Pathos. Auch die beiden Figuren auf dem Platz vor der Hamburger Zentralbibliothek würden kaum weiter auffallen, wäre da nicht ihre enorme Größe: Rund fünf Meter hoch mit endlos langen Beinen stehen eine Frau und ein Mann dort wie beiläufig beieinander. Wer möchte, darf gerne eine Symbolik in der Aufstellung der Figuren entdecken, doch eigentlich ist es ihre schiere Präsenz als Körper, die den Reiz des Kunstwerks ausmacht und den Platz für sich einnimmt.

Künstler/in

Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar, Hessen geboren. Er besuchte mehrere Jahre die Europäische Schule in Luxemburg. 1976–1982 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg unter anderem bei Ulrich Rückriem und war Lehrer am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. Seit 1992 ist er Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Bekannt wurde er durch seine geschnitzten Holzskulpturen aus Weichholz wie Pappel, teils in Lebensgröße. Lithografien, Holzschnitte, Siebdruck und Zeichnungen ergänzen sein Werksspektrum. Dabei stehen Menschen, aber auch Tiere und Architekturen im Mittelpunkt seiner teils farbigen Arbeiten, die mehrheitlich direkt aus dem Stamm herausgearbeitet sind. Bewusst bleibt Material und Arbeitsstruktur sichtbar. Seit 1986 stellte er in einer Vielzahl von Einzelausstellungen in Deutschland, dem europäischen Ausland, aber auch in USA und Japan aus. Seine Arbeiten sind in Museen der Schweiz und Luxembourg und Deutschland vertreten. Durch das Karl Schmidt-Rottluff-Stipendium konnte er seinen Weg zum Bildhauer einschlagen. 1986 erhielt er ein Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg, 1989 den Förderpreis des Landes Baden-Württemberg, 1990 den Bremer Kunstpreis sowie 2014 den Ordre des Arts et des Lettres, verliehen durch die französische Ministerin für Kultur und Kommunikation. Seit 2016 ist er Ehrenmitglied der Akademie der Russischen Künste. Stephan Balkenhol lebt und arbeitet in Karlsruhe, Berlin, Meisenthal in Lothringen und Kassel.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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